Papa a la Huancaina - eine typisch peruanische Vorspeise




Seitdem wir die Möglichkeit haben alle Herren Länder zu bereisen, haben sich die deutschen Essgewohnheiten stark verändert. Die typisch deutsche Küche kommt nicht mehr so oft auf den Tisch. Man kocht nach, was im Gastland geschmeckt hat. Ich zum Beispiel liebe die mediterrane Küche.

Auf einer Reise durch Peru hatten wir ausreichend Gelegenheit die dortige Landesküche kennen zu lernen. 
Kürzlich hatten wir Gäste aus Peru, und ich durfte mit einer waschechten Limenserin eine typisch peruanische Vorspeise kochen, die Papa a la Huancaina. Das heißt, gekocht hat sie. Ich habe nur zugesehen.

Dieses Gericht hat seinen Ursprung in Huancayo, einem Ort in den Anden. Im Laufe der Zeit hat es auch den Weg nach Lima gefunden. Es ist eine etwas dickere Soße, die mit in Scheiben geschnittenen Pellkartoffeln serviert wird. Das Ganze wird kalt gegessen.
Papa heißt übersetzt Kartoffel. In Peru gibt es unglaublich viele Kartoffelsorten. Laut Aussagen der peruanischen Fremdenführer sind es weit über 2000 Sorten. Unser Gast war sich sogar sicher, dass es über 4000 Sorten sind. Wie auch immer. Wenn ein Peruaner hört, wie wenig Sorten es in Deutschland gibt, erntet man nur ein mitleidiges, ja, fast höhnisches Lachen.

Für Interessierte ein bisschen geschichtlicher Hintergrund zu Papa a la Huancaina. Wer nur das Rezept will, scrollt einfach weiter.

- Eine Theorie besagt, dass der Erfinder dieses Gerichts die Zutaten in Huancayo gekauft hat.     Zu Ehren dieser Region gab er dem Gericht seinen Namen.

- Eine weitere Theorie lautet, dass beim Bau der Eisenbahnstrecke Huancayo - Lima die     eingeborenen Frauen den Arbeitern an den Gleisen dieses Gericht zum Mittagessen
  brachten.

- Daran knüpft die nächste Theorie an, dass auf der Jungfernfahrt von Lima nach Huancayo    
  das Gericht dann im Zug serviert wurde.





Diese Eisenbahnstrecke ist übrigens die zweithöchste der Welt und einfach atemberaubend. Und das im doppelten Sinn.
Der höchste Bahnhof der Strecke liegt auf 4798 Meter. Hatte man auf dem Weg dorthin schon mit der Höhenkrankheit zu kämpfen, bekommt man, wenn man hier aus dem Zug aussteigt, einen richtigen Schlag. In dieser Höhe japst man ordentlich nach Luft.
Abgesehen von der Luftnot äußert sich die Höhenkrankheit durch Übelkeit und starke Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen sind mit Schmerzmitteln kaum zu lindern. Gegen die Übelkeit helfen Koka-Tee und spezielle Tabletten.
Der Zug wird immer von medizinischem Personal begleitet. Manch einem geht es in der Höhe so schlecht, dass zusätzlich Sauerstoff verabreicht werden muss.

Rezept für Papa a la Huancaina:

- neutrales Öl
- 2 Zwiebeln
- 1 Glas Pasta de Aji Panca Amarillo* (225 g)
- 1 gute Messerspitze Kurkuma
- Pfeffer
- Salz 
- ein knapper halber Teelöffel Kreuzkümmel (darf nicht zu stark durchschmecken)
- 2 bis 3 Knoblauchzehen

- 1 Päckchen Tuc-Kekse*
- 1 Päckchen Kondensmilch*
- 1 Paket fettarmer Feta (Geschmacklich kommt der dem Käse aus Huancayo am Nächsten). 
   Die Lake kann ruhig mitverwendet werden.

Die gewürfelten Zwiebeln bei starker Hitze in reichlich Öl andünsten.
Aji und die Gewürze dazugeben und alles gut durchschmurgeln lassen. Vorsichtig salzen. Cracker und Feta sind auch schon salzig.
Zuletzt kommt der klein geschnittene Knoblauch dazu. Das Ganze nochmal gut durchköcheln.







In einer separaten Schüssel die Tuc-Cracker zerbröseln und mit der Kondensmilch übergießen. Den zerkleinerten Käse und die gekochte Aji-Zwiebel-Mischung dazugeben und alles pürieren.





Sollte die Soße noch zu dünn sein, etwas mehr von den Tuc-Keksen dazugeben. Oder Limonensaft. Oder auch beides. 
Limone reagiert mit der Milch und sorgt so für mehr Bindung. 
Das Säuerliche tut dem Geschmack keinen Abbruch. Peruaner vereinen gerne verschiedene Geschmacksrichtungen in einem Gericht.

*Aji sieht aus wie Spitzpaprika und hat die Schärfe von Peperoni. 
 Es handelt sich aber um eine eigene Pflanzensorte. Aus Aji wird eine Paste als Basis für  dieses Gericht hergestellt. Diese Paste kann man z.B. hier kaufen.




*Papa a la Huancaina ist ein traditionelles, altes Gericht. Logischerweise gab es damals weder  Tuc-Kekse noch Kondensmilch. Man hat stattdessen altes Brot und normale Milch verwendet.  Die Variante mit Tuc-Keksen und Kaffeesahne ist typisch limensisch, wie auch die pürierte Art  der Soße. In Huancayo war die Soße früher stückiger.

Angerichtet wird in jeder Familie gleich. Immer auf einem Salatblatt mit einer schwarzen Olive und einem Viertel hartgekochtem Ei.




Im Grunde kann jedes Gericht den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Kochen ist schließlich was Kreatives. Deshalb wird es die Soße bei uns demnächst mal warm zu Salzkartoffeln geben. Meine Tochter hat sie neulich mit Tortellini serviert. Auch sehr lecker. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich mit der Basissoße ohne Cracker, Milch und Feta einiges zaubern lässt.

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Ich habe heute kein Foto für dich oder Deutschland, ein Volk der Jammerlappen oder Wissen wir eigentlich, wie gut es uns geht?


Nein, heute gibt es keine Gartenfotos. Keine Fotos von leckerem Essen. Heute schreibe ich über etwas, was mir schon lange auf den Keks geht, mich manchmal richtig wütend macht.

Wenn ich hier den Leuten zuhöre, denke ich immer öfter "Ja, geht's noch!?" Da höre ich Sätze wie "Ne, wenn ich die Avocado nicht richtig reif kaufen kann, wie ich es für mein Rezept gerade brauche, werde ich richtig, richtig sauer. So macht kochen doch keinen Spaß." "Boah, diese Hitze." "Oh nee, nicht schon wieder Regen. Watt'n Wetter. Man weiß gar nicht, was man anziehen soll." Die Spritpreise sind eine Unverschämtheit." "Die Politiker sind alles Blutsauger. Was sollen wir denn noch alles bezahlen?" 

Euch macht nur das Wetter bekloppt? Euch ärgert nur das mangelhafte Angebot des Supermarktes oder das aufgrund des Wetters etwas teurere Obst oder Gemüse? Dann seid ihr richtig gut dran. Ihr könnt es euch leisten, einzukaufen, was euch schmeckt? Ihr geht zum Arzt, der nicht nur das Allernötigste macht, sondern euch optimal versorgt? Ihr könnt ihr euch so was von glücklich schätzen. Ihr wisst nicht, was ihr anziehen sollt? Ihr habt aber genug im Schrank um überhaupt auswählen zu können.

Für manche Menschen scheint das Leben nur lebenswert, wenn sie mindestens einmal im Jahr in Urlaub fahren können. Es muss die Kreuzfahrt, die Reise in exotische Länder sein. Sie fallen in den Jammermodus, wenn das mal aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist.

Es gibt so viel andere Dinge, die das Leben lebenswert machen! 
Ein spontanes Treffen mit Menschen, die einem am Herzen liegen - unbezahlbar. Ein gutes Gespräch kann genauso lange nachhallen wie ein schöner Urlaub. Ein Lächeln, dass uns ein Fremder schenkt, kann uns durch den Tag tragen. Wir müssen nur unseren Blick für solche Augenblicke schärfen. 

In meinem persönlichen Umfeld gibt es Menschen, die nicht überlegen, was koche ich heute? Worauf habe ich Appetit? Bei ihnen ist es nicht mal selbstverständlich, überhaupt etwas zu Essen auf dem Tisch zu haben. Diese Menschen leben von der Hand in den Mund, haben oftmals kaum das Nötigste zum Leben. Ihnen wird keine Rente gezahlt. Sie sind nicht so gut krankenversichert, dass sie den Arzt oder die Klinik auswählen können. Wenn dort jemand einen Unfall hat oder schwer erkrankt, muss sich die Familie krumm legen, um die Arztkosten aufzubringen. Bis die Kostenlage geklärt ist, wird der Patient auf dem Flur liegen gelassen.

Was das Allerschlimmste ist - ich habe mich kürzlich selbst bei einem solch banalen Gejammer ertappt. Meine Gesprächspartnerin und ich waren uns einig, dass unser bisheriger Lieblingsblumenladen irgendwie immer nur die selben Blumen im Angebot hat. Zwar in richtig großer Auswahl, aber eben irgendwie immer dasselbe. Ja bitteschön, was haben wir denn für ein Luxusproblem!? Wie oberflächlich ist das denn!? Und das, wo wir schon gesehen haben, was wirkliche Armut ist! Da war ich über mich selbst erschrocken.

Schuldgefühle, dass es uns gut geht, müssen wir sicher nicht haben. Aber öfter mal erkennen, wie gut es uns im Vergleich zu manch anderem geht, das wäre schön.

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Die Dahlie - die wahre Königin der Blumen


                              
Landläufig trägt die Rose den Titel "Königin der Blumen". Die Dahlie hat ihn mindestens in gleichem Maße verdient.









Es mag Gründe geben, sich gegen Dahlien im Garten zu entscheiden.
Sie machen Arbeit - im Herbst zum Überwintern ausgraben, im Frühjahr wieder einpflanzen, Verblühtes regelmäßig ausputzen. Und Schnecken haben sie zum Fressen gern. 

Es gibt aber mindestens genauso viele Gründe dafür.
Sie besticht durch Sortenvielfalt und ein großes Farbspektrum. Sie gedeiht auch im Kübel. Wenn sie erstmal durchgestartet hat, blüht sie pausenlos und unermüdlich bis zum Frost. Ihre Blüten bringen selbst graue, trübe Tage zum Leuchten. Die Farben können da für mich gar nicht knallig genug sein. Das darf gerne ein bisschen in den Augen weh tun. 

In der Vase halten Dahlien nicht so richtig lange. Wenn man sie aber im Garten oder vom Feld schneiden kann (ich plünder meine Dahlien so ungern), sind die Blüten auf jeden Fall top-frisch und halten ein bisschen länger. Bloß noch etwas Beiwerk und man kann seine eigenen Sträuße und Gestecke kreieren. 











Wenn Rosen in der Vase langsam anfangen zu welken, zupfe ich die äußeren, braunen Blütenblätter einfach ab. Für zwei bis drei weitere Tage ist der Strauß dann noch ansehnlich. Bei Dahlien funktioniert das nicht. Sobald die ersten Blättchen ab sind, trudeln die anderen ganz bald hinterher. Man kann die Haltbarkeit von vornherein etwas verlängern. Dafür die Stiele ziemlich kurz abschneiden und die Blumen in gut gewässertem Steckmoos arrangieren.

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Saumzugaben mit dem selbst gemachten Kantenformer umbügeln - einfach und schnell




Um uns alle anfallenden Arbeiten rund um Haushalt, Garten und Hobby so bequem wie möglich zu machen, gibt es ja fast nichts, was es nicht gibt. Manches ist sinnvoll und erleichtert die Arbeit tatsächlich ungemein. Manches ist einfach nur Schnickschnack, über dessen Anschaffung man einfach nochmal ein paar Nächte schlafen sollte. Und das ein oder andere lässt sich aus Material, dass eh schon vorhanden ist, leicht selbst herstellen.

Immer genervt hat mich, Saumzugaben exakt abzumessen und umzubügeln. Um es mir einfacher zu machen, bin ich dabei auch schon besonders schlau vorgegangen, habe das Handmaß auf den Stoff gelegt, den Saum bis zur gewünschten Zentimerzahl hochgeklappt und drüber gebügelt. Auch über das Handmaß. Ließ sich nicht vermeiden. Blöderweise hat sich das Teil dabei verformt. Hätte ich mal vorher mein Hirn eingeschaltet! Das Handmaß ist aus Kunststoff, und Kunststoff hat nun mal die Eigenschaft, sich bei Hitze zu verformen und zu schrumpfen. Und selbst wenn es damit funktionieren würde, mit einem Handmaß von wenigen Zentimetern Breite schafft man nicht wirklich Strecke.

Im Internet habe ich eine Bügelschablone gefunden, den sogenannten Kantenformer. Der Kantenformer hat eine Zentimetereinteilung. Er wird auf den Stoff gelegt, der Saum bis zur gewünschten Zentimeterzahl hochgeklappt und dann wird drübergebügelt. (s.o.) Im Gegensatz zum Handmass ist der Kantenformer hitzebeständig. 
Mit so einem Teil habe ich lange geliebäugelt. Beim großen Online-Versand für alles Mögliche kosten Kantenformer je nach Größe und Ausführung zwischen 12,50 € und 26,30 €. 
Das war mir zu teuer. Haben wollte ich so was aber immer noch.

Wenn mich irgendwas umtreibt, grübel ich immer wieder drüber nach, bis es irgendwann "klick" macht und ich denke : "Jepp, so könnte es gehen".


Aus einem Stoffrest und einem übrig gebliebenen Stück Decovil habe ich mir meinen Kantenformer zum Nulltarif selber gemacht. Decovil fühlt sich ein bisschen lederartig an, wird auf den Stoff gebügelt und sorgt für Festigkeit. (Ideal als stabiler Taschenboden) Vlieseline geht auch. Die ist nicht ganz so fest, notfalls nimmt man eine doppelte Lage. 

Und mit welchem Stift kann man die Zentimeter-Einteilung aufzeichnen? Er soll dauerhaft halten und auf keinen Fall den Stoff versauen. Da ist mir nix eingefallen. Deshalb habe ich mit Garn in Kontrastfarbe Markierungsnähte gesetzt. Mit dem Kantenlineal geht das präzise, gerade und im genauen Abstand.







Die Skalierung lässt sich nach Bedarf fortsetzen. Fürs Erste reicht mir das so.



Die Stoffseite zeigt nach oben. Das Bügeleisen fährt nur über den Stoff. Das Decovil liegt unten und bekommt dadurch nicht so viel Hitze ab. Bleibt also alles schön in Form.


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Rispenhortensie Vanilla-Fraise - der gewachsene Blumenstrauß





Mit ihren großen, schweren Blütenständen sind Hortensien eine Augenweide und für schattigere Gartenbereiche die idealen Blütensträucher. Vom Frühsommer bis in den Herbst verzaubern sie mit ihren Blüten. Über den Sommer werden die Blütenfarben etwas matter, eben herbstlicher. Manche Sorten verändern sogar komplett die Farbe.

Neben einigen Ballhortensien habe ich auch eine Rispenhortensie, die Sorte Vanilla-Fraise. Sie hat große, ovale Blüten. Die Blütenfarbe ist anfangs weiß und wechselt im Laufe des Sommers zu rosa bis hin zu einem leichten Rot.

Anders als bei ihren kugelig blühenden Schwestern kann man beim Rückschnitt von Rispenhortensien nichts falsch machen.
Bei den meisten Ballhortensien darf man nur sehr moderat schneiden, da sonst die Blüte ausbleibt. Rispenhortensien vertragen einen Radikalschnitt. Ich schneide meine jedes Frühjahr auf etwa 30 cm zurück. Das ist noch ein gutes Stück bis unter den Rand der Staudenstütze. Sie treibt wieder willig aus und blüht zuverlässig.
Was mir besonders gut gefällt - in dem Stützrondell wirkt die Hortensie mit ihren überhängenden Blüten wie ein großer, üppiger Blumenstrauß.






Die größte Blüte hat mich so beeindruckt, dass ich doch tatsächlich mal nachgemessen habe. Bekloppt, ich weiß. Sie ist sage und schreibe 33 cm lang und hat einen Umfang von gigantischen 60 cm.



Und dieser kleine Krabbler scheint sich zwischen den Blüten äußerst wohl zu fühlen.




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Blitzschnelle Tomatensoße





Nudeln mit Tomatensoße - von Kindern heiß geliebt. Jetzt im Sommer gibt es frische Tomaten satt, die wunderbar aromatisch schmecken.  

Ein richtig gute Tomatensoße braucht ihre Zeit. Damit sie die richtige Konsistenz und den unvergleichlich fruchtigen Geschmack hat, muss sie eine Weile vor sich hin köcheln. Deshalb nimmt man, wenn es mal schnell gehen muss, gerne fertige Tomatensoße aus dem Glas. Das muss nicht sein. 


Ein Rezept für eine blitzschnelle Tomatensoße hat Yvonne Willicks vom WDR mal preisgegeben. Die ist so schnell und gekocht und im Geschmack so überzeugend, dass sie bei uns öfter mal auf den Tisch kommt. Wenn die Nudeln gekocht sind, ist auch die Soße fertig. Versprochen.

Wenn unerwartet Gäste mit am Tisch sitzen, ist das gar kein Problem. Die Zutaten lassen sich gut bevorraten. Statt frische Tomaten kann man auch guten Gewissens auf Tomaten aus der Dose zurückgreifen. Dass die frische Variante gesünder ist, trifft bei Tomaten nicht zu.





Blitztomatensoße

- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 425 g Tomaten (frisch oder aus der Dose)
- 2 Esslöffel Tomatenmark
- 100 g getrocknete Tomaten in Öl*
- 1 Esslöffel Honig
- Salz, Pfeffer
- Basilikum

*Statt Tomaten in Öl kann man auch lose, getrocknete Tomaten nehmen. Oder selber trocknen. Dann müssen die Tomaten ca.15 Minuten in heißem Wasser eingeweicht werden.
Die Tomaten aber unbedingt schon eingeweicht (und abgetropft) wiegen. Sonst wird die Soße zu sauer. 

Zwiebeln grob zerteilen, Tomaten abtropfen lassen und alle Zutaten in den Mixbecher geben und pürieren. Die Soße braucht dann nur noch erwärmt zu werden. Also wirklich ruck zuck fertig.
Da ich den Geschmack von rohen Zwiebeln nicht so mag, dünste ich sie in etwas Öl an.
Honig in der Soße mag befremdlich klingen. Aber ich versichere euch, das schmeckt. Alternativ geht auch Ahornsirup.

Nicht nur in der einfachen Version mit Spagetti und etwas Parmesan ist die Soße lecker. Wenn es mal etwas feiner sein soll - mit Lachs und frischen Bandnudeln macht sie richtig was her. 
Oder es darf etwas deftiger sein? Tortellini und Soße in eine Auflaufform geben, geriebenen Cheddar drüber streuen und ab damit in den Ofen.
Ich finde, kalt ist die Soße ein guter Ketchup-Ersatz. Mit Ingwer oder Chilli bekommt sie die entsprechende Schärfe. Sie muss allerdings bald verbraucht oder eingefroren werden.



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Sommerlich frische Brombeer-Quarktorte mit farblich passender Tischdeko






Mit sommerlich frisch verbindet man automatisch kalorienarme Leichtigkeit, stimmt's? Da muss ich euch leider enttäuschen. In der Torte sind nicht nur Beeren und Quark, sondern auch noch ordentlich Mascarpone. Und ein klitzekleines bisschen Sahne. Mascarpone enthält sage und schreibe 80% Fett. In Worten: Achtzig!! Da kann man die paar Prozent Fett in der Sahne fast vernachlässigen. Trotzdem oder gerade deswegen schmeckt die Torte geil lecker.Und hey, es ist Obst drin. Und Obst ist gesund.

Beeren sind, was Vitamine und Mineralstoffe angeht, wahre Kraftpakete. Momentan kann ich täglich Brombeeren ernten. Zum so essen viel zu viele. Also müssen sie anderweitig verarbeitet werden. 

So wird die Torte gemacht:

Für den Biskuitboden 
3 Eier und 125 g Zucker so lange schlagen, bis eine dicke, gelbe Creme entstanden ist.
75 g Mehl und 1 knappen Teelöffel Backpulver unterrühren.
Teig in eine Springform füllen und ca. 30 Minuten backen.

500 g Quark, 500 g Mascarpone, ca. 400 g pürierte Beeren und
75 g Zucker (kommt ein bisschen auf die Süße der Beeren an) 
miteinander verrühren.

2 Glatt Gelatine auflösen* und unterrühren. (Wenn gefrorenes Obst verwendet wird, 4 Blatt Gelatine nehmen. Gefrorene Früchte ziehen mehr Saft.)

*Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Gut ausdrücken und im Topf bei geringer Hitze auflösen. Ein paar     Löffel von der Creme in die Gelatine rühren. Dann alles mit der restlichen Creme verrühren. 

Wenn die Gelatine anfängt zu binden, 200 ml geschlagene Sahne unterheben.
Die Creme auf den Tortenboden geben und die Torte mehrere Stunden kalt stellen.
  
Und weil die Bartnelken so schöne Beerentöne haben, ist das heute der Tischschmuck. Die Fette Henne lockert den großen Strauß zwar schön auf, lässt mich aber auch ein bisschen wehmütig werden. Zeigt sie doch, dass der Herbst mit großen Schritten naht und die Gartensaison sich unweigerlich dem Ende neigt. 










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Und die Welt bleibt draußen

Kinder mögen es kuschelig und verstecken sich gerne, lieben Buden, Höhlen, Zelte. So ein Versteck kann man ihnen ganz fix in den Garten zaubern. Ein Moskitonetz, Baumwollstoff, damit der Zufluchtsort blickdicht wird, mehr braucht man nicht. Das Ganze wird dann in einen Baum gehängt und schon hat man den Nachwuchs glücklich gemacht. Okay, ganz so schnell geht es dann doch nicht. Ein bisschen Näharbeit steckt drin.

Kleine Kinder haben wir nicht mehr. So ein Versteck haben wir trotzdem. Für mich. Es gibt so Tage, da will man nur noch seine Ruhe. Weil der Tag nicht so optimal gelaufen ist oder weil man einfach fix und alle ist. Man will nichts mehr hören, nichts mehr sehen. Nur noch für sich sein. Irgendwo im stillen Kämmerlein die Welt aussperren. 

An einem warmen, sonnigen Tag finde ich es allerdings jammerschade, sich im Haus zu verkriechen. Deshalb habe ich mir im Garten ein klitzekleines Refugium geschaffen. 
Unser Reihenhausgarten ist nun mal kein weitläufiges Anwesen, wo man im hintersten Winkel eine stille Ecke findet. Ich hänge mir dann das Zelt auf. Noch einen Liegestuhl rein, mit einem Getränk und einem schönen Buch reingefläzt und schon habe ich das Gefühl, ich bin allein auf der Welt.










Den Baumwollstoff habe ich an den Schmalseiten gesäumt. Um das Zelt einfacher wegräumen und bei Bedarf problemlos waschen zu können, habe ich den Stoff nicht direkt auf das Moskitonetz genäht, sondern er wird angeknöpft. An einer der langen Kanten habe ich im Abstand von 15cm Knopflöcher genäht. Im gleichen Abstand habe ich am oberen Rand des Netzes Knöpfe angenäht. 

Das Moskitonetz hat einen Durchmesser von 1,50m. Es ist also recht groß. Das Netz und den Baumwollstoff habe ich vom Schweden. Die Knöpfe sind aus meinem Fundus und mit Stoffresten aufgehübscht. Wie ich das mache, habe ich hier gezeigt.

Ich hoffe noch auf eine Menge schöner Tage, damit ich mein Zelt auch intensiv nutzen kann. Nicht nur, weil ich einigermaßen abgeschieden sitze, sondern weil es da drin urgemütlich ist.

So, und jetzt immer her mit den vernichtenden Kommentaren. Ich kann das ab. Von meinem Mann kam schon: "Was einem Frauenhirn alles so entspringen kann! Dafür muss man aber schon ein bisschen schräg sein."

Verlinkt mit creadienstagGartenwonne