Ofenhandschuhe nähen - was eignet sich als Isolierung? Meine Erfahrungen mit Volumenvlies, Thermolam und Insul Bright





Was mir bei den im Handel erhältlichen Ofen- bzw. Backhandschuhen nie gefallen hat? Entweder sind sie so weit, dass die Hand da irgendwie drin schwimmt. Oder der Daumen ist so kurz, dass man nicht richtig zupacken kann. Oder sie sind insgesamt zu kurz. Wenn man dann mit dem Unterarm an den heißen Backofen kommt, kann das richtig üble Wunden geben. Hatten wir leider schon.

Irgendwann war ich es dann leid, habe ich ein bisschen rumgetüftelt, einen eigenen Schnitt erstellt und mir selber welche genäht.

Man braucht dafür
- einen schönen Baumwollsstoff für den Außenhandschuh
- einen Baumwollstoff für den Innenhandschuh (ich verwende hierfür eine unifarbene, festere       Qualität.)
- isolierendes Material für die Zwischenschicht
- Schrägband oder einen Baumwollstreifen als Randabschluss




Und was ist die perfekte Isolierung?
Manche Näherinnen nehmen dafür günstige Bodenwischtücher vom Discounter. Auch wenn es damit funktioniert, kommt das für mich nicht in Frage. Ich finde, ein Projekt, in das man Zeit, Arbeit und Herzblut investiert, hat mehr als ein Putztuch verdient. Da ich Handschuhe auch für meinen Shop oder als Geschenk nähe, hätte ich mit einem Putzlappen als Innenleben ein blödes Gefühl. Aber das macht jeder wie er mag.

Die ersten selbst genähten Handschuhe habe ich mit herkömmlichem Volumenvlies gefüttert. Das ist ein Material, das eigentlich in jedem Stoffgeschäft erhältlich ist. Weil es so wattig ist, hatte ich Bedenken, ob es überhaupt als Hitzeschutz taugt. Tut es. Verbrannt habe ich mit den Handschuhen noch nicht. Nachteilig ist, dass das Spulenfach der Nähmaschine schnell verfusselt. 


Volumenvlies


Ich bin dann ziemlich bald auf Thermolam und Insul Bright umgestiegen. Beides lässt sich angenehmer verarbeiten als Volumenvlies und fusselt auch nicht so. 

Thermolam ist ein festeres Vlies, das gut isoliert. Um aber wirklich sicher zu gehen, nehme ich eine doppelte Lage.


Thermolam


Insul Bright besteht aus Polyesterfasern mit einer innenliegenden, dünnen Metallfolie, 
ähnlich einer Rettungsdecke.


Insul Bright
Vor dem Pfeil und das, was als dunkle Pünktchen auf dem Bild zu sehen  ist, ist die Metallschicht

Es hat hervorragende Isolierungseigenschaften. Der Nachteil - man bekommt es nicht überall, es ist etwas teurer als Thermolam und es knistert ein bisschen.
Es isoliert wirklich gut und eine Lage würde wahrscheinlich ausreichen. Ich möchte aber nichts riskieren und kombiniere es mit einer zusätzlichen Lage Thermolam oder ich nähe noch eine Lage dickeren Baumwollstoff mit ein.

Mein Erstlingswerk war leider nur für die Tonne. Die Passform war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte, und auch die Optik ließ noch zu wünschen übrig. Aber mich hat dann der Ehrgeiz gepackt und ich wollte es einfach wissen. Nach diversen aufgetrennten Nähten habe ich jetzt gelernt, dass man, um enge Rundungen perfekt zu nähen, eine sehr kleine Stichlänge wählen sollte. Und irgendwann hatte ich auch meinen Schnitt soweit optimiert, dass ich jetzt endlich zufrieden bin.



Wiederverwendbare Gemüsebeutel und Obstbeutel - mein Beitrag zum Taschen-Sew-Along 2017

Auch dieses Jahr hat Katharina von Greenfietsen wieder zum Taschen-Sew-Along aufgerufen. Das Thema für Januar lautet: nähe einen Stoffbeutel.
Ich finde das Thema klug gewählt. Zum Einkaufen Stoffbeutel mitzunehmen, statt sich Plastiktüten geben zu lassen, schont Ressourcen und vermeidet Müll. Für den Einkauf im Supermarkt habe ich immer Kiste und Korb im Auto und brauche keine Plastiktüten.

Was mich aber immer schon stört, sind diese dünnen Tüten, in denen man das Obst und Gemüse verpackt. Die kann man für nix anderes mehr gebrauchen und sie werden, sobald die Einkäufe zu Hause ausgepackt sind, entsorgt. 
Plastikmüll verrottet nicht und gerade diese dünnen, leichten Tüten flattern leicht davon, landen in der Natur und werden von Tieren mit Nahrung verwechselt. Das Plastik kann nicht verdaut und ausgeschieden werden, und die Tiere verenden mit vollem Magen.

Um meine Äpfel, Tomaten etc. nicht alle einzeln aufs Kassenband legen zu müssen, habe ich mir Stoffbeutel aus ungebleichter Baumwolle genäht.











Damit die Kassiererin sieht was drin ist, habe ich sie mit einem Streifen aus Netzstoff versehen.




Die Stoffbeutel bringen zwar mehr Gewicht auf die Waage als die dünnen Flattertüten, aber das nehme ich in Kauf. Wenn ich nicht viel kaufe, wiege ich erst ab und packe dann in den Beutel. Wenn es mehr ist, wird der Beutel mitgewogen und eben ein paar Cent mehr bezahlt.

Wenn zu Hause alles ausgepackt ist, wandern die Beutel direkt wieder in den Einkaufskorb und alles ist parat für den nächsten Einkauf.