21. Oktober 2017

Der Buchs ist tot





Lange habe ich um meine Buchse gekämpft. Zünslerfraß weggeschnitten und jeden Neuaustrieb gefeiert, Zünslerfallen aufgestellt, mich mit dem Staubsauger zum Affen gemacht. Letztendlich musste ich kapitulieren. Meine Buchskugeln waren trotz aller Hege und Pflege nicht zu retten. Ein paar habe ich schon im Sommer durch Ilex ersetzt. 

Letztes Wochenende waren dann auch die letzten Kugeln und die Buchshecke dran. Die Hecke sah zwar noch nicht richtig schlimm aus. Aber ich habe keine Lust mehr, permanent zu kontrollieren und gegen zu arbeiten. Die Hecke vom Nachbarn hat der Buchsbaumzünsler komplett kahl gefressen. Die Viecher, die da jetzt nichts mehr finden, würden mit Sicherheit bald die Weidegründe wechseln und zu uns übersiedeln. Ich müsste ständig hinterher sein. Wäre ich mal ein paar Tage unaufmerksam, weil andere Dinge auch noch Zeit brauchen und bähm! Die Raupen würden sich in meiner Hecke dick und rund fressen und mir ne lange Nase zeigen. Den Spaß gönne ich Ihnen nun wirklich nicht. Also habe ich kurzen Prozess gemacht und die Hecke gleich mit ausgebuddelt.


Jetzt im Herbst ist der perfekte Zeitpunkt für Neupflanzungen. Der Boden ist vom Sommer noch warm, so dass alles schnell einwächst. Dann haben die Pflanzen im nächsten Frühjahr schon einen Vorsprung.

Noch sehen die kleinen Ilexpflänzchen reichlich mickrig aus. Die Bezeichnung Hecke hat das Ganze noch nicht verdient. Aber soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, wächst Ilex schneller als Buchs. Einerseits gut. Dann hat man schnell wieder ein attraktives Gartenbild. Andererseits muss man häufiger mit der Schere ran. 


Ilex, der als Buchsersatz angeboten wird, sieht dem echten Buchs zum Verwechseln ähnlich. So ähnlich, dass mein Mann den Verdacht hatte, man würde uns Buchs andrehen wollen.

Diese Gesellen sind mir bei meiner Buddelei haufenweise begegnet. Der Buchs ist zwar kaputt, aber wenigstens ist unser Bodenleben intakt.



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16. Oktober 2017

Kleine Geschenke, die nicht viel kosten

Bald geht die Jagd nach den Geschenken wieder los. Lebkuchen und andere weihnachtliche Leckereien gibt es ja traditionell schon nach den Sommerferien zu kaufen. Mittlerweile locken auch schon die Gartenmärkte mit Weihnachtsausstellungen im Lichterglanz. Ich finde das jammerschade. Der Herbst zeigt sich gerade von seiner allerschönsten Seite. Durch den verfrühten Weihnachtsdusel hat man das Gefühl, dass er überhaupt nicht richtig zur Kenntnis genommen und genossen wird.

Aber mit der Besorgung von Geschenken kann man gar nicht früh genug anfangen. Im Idealfall hält man die Ohren offen und besorgt sie rund ums Jahr. Das nimmt der Adventszeit ungemein viel Stress. Erst recht, wenn man seine Gaben selbst herstellen will. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das selber beherzige :)

Für Adventskalender oder zum Wichteln sollen es keine großen, teuren Sachen sein, sondern nur nette Kleinigkeiten. Für diesen Zweck habe ich schon mal ein bisschen vorgearbeitet und damit gleichzeitig meine Stoffreste abgebaut. Entstanden sind kleine Täschchen, die man auch am Schlüsselbund befestigen kann.

Das Kind soll künftig Taschengeld bekommen? Dann braucht es selbstverständlich ein Portemonnaie.








Hier passen der Chip für den Einkaufswagen und ein paar Münzen für den Parkautomat rein.



Diese Täschchen sind etwas größer und bieten auch Platz für einen zusammengefalteten Geldschein. 



Darf ich vorstellen - Madame la Bouche und Monsieur le Moustache. Monsieur ist leider ziemlich schwach auf der Brust und ich fürchte, seine Tage sind gezählt. Der Schnitt ist mir ein wenig zu klein geraten und der Stoff für diesen Zweck eindeutig zu dick. Die Ecken und Rundungen kämen mit dünnerem Material wesentlich schöner zur Geltung. Gut, einen Schnäuzer mit gezwirbelten Enden kann man mit dünnem Stoff bestimmt auch nicht nähen. Aber zumindest einen, der auch als Schnäuzer erkennbar ist.
Mit einem attraktiveren Monsieur le Moustache könnten die beiden auch als Give-away bei einer Feier eine gute Figur machen. Wenn die Gäsetliste lang ist, artet die Herstellung allerdings in Arbeit aus.





Die Täschchen sind mit Vlieseline verstärkt. Die Mäuschen sind ein bisschen fummelig. Der Rest ist schnell genäht.


10. Oktober 2017

Die etwas anderen Cupcakes



Die gute Nachricht - die Cupcakes sind nicht nur laktosefrei und vegan. Sie verwandeln sich auch nicht in Hüftgold. Die schlechte Nachricht - man kann sie nicht essen. Die Zutatenliste: Steckmoos und Blümchen. 

Bevor das Steckmoos zum Einsatz kommen kann, muss es gut gewässert werden. Den Block in eine Schüssel mit Wasser legen und sich vollsaugen lassen. Der Steckschaum darf dabei auf keinen Fall unter Wasser gedrückt werden. Ich hatte mal Steckmasse vom Discounter, die sich standhaft gegen das Wasser gewehrt hat. Die wollte sich partout nicht vollsaugen und schwamm ewig auf der Wasseroberfläche. Mit einem Tropfen Spülmittel im Wasser hat sie schließlich kapituliert.

Wenn das Steckmoos nass ist, kann es losgehen. Aus dem Block kleine "Törtchen" ausstechen oder ausschneiden. Dann den äußeren Rand kaschieren. 

Dazu kann man ringsum kleine Blüten stecken.





Oder man ummantelt den Rand mit Blättern. Damit sie länger frisch bleiben, habe ich sie nicht nur drum gelegt, sondern in die Steckmasse gesteckt. Die Blätter überlappend schräg einstecken. Das geht am besten, wenn man mit Zahnstocher, Stricknadel oder dergleichen Löcher vorbohrt. Damit die Blätter schön anliegen, habe ich sie mit Stecknadeln fixiert. Meine nächste Anschaffung sind wahrscheinlich Schmucknadeln. Man könnte auch ein schönes Band drum binden.






Dann kann die Oberfläche nach Geschmack bzw. vorhandenem Material befüllt werden. Schön dicht stecken, damit man auch hier den Steckschaum nicht sieht. Die Chrysanthemen und die orangen Puschel habe ich gekauft.  Der Rest ist aus dem Garten.



Die weißen Blümchen sind Blüten unserer Erdbeeren. Zwar nur noch mickrig klein, aber immerhin trotzen sie dem herbstlichen Mistwetter. Große, leckere Erdbeeren werden das jetzt nicht mehr. Sie können also getrost für die Dekoration abgeschnitten werden.



Lampionblumen sind schöne Farbtupfer, wenn sonst nichts mehr blüht. Vorsicht, wer sie sich in den Garten pflanzen möchte. Sie wuchern.
Was aussieht wie unreife Haselnüsse sind Knospen des Gartenhibiskus. Die gehen jetzt nicht mehr auf, bleiben aber den ganzen Winter am Strauch.





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3. Oktober 2017

Frische Waffeln auch ohne Waffeleisen





Ich bin an der Grenze zum Bergischen Land aufgewachsen. Bergische Waffeln dürfen dort auf keiner Kaffeetafel fehlen, klassisch mit heißen Kirschen und Schlagsahne. Waffeln zu servieren finde ich auch ungemein praktisch, wenn unerwartet Gäste auf der Matte stehen oder einen ganz plötzlich so ein Kuchenhunger überkommt. Der Teig ist blitzschnell zusammengerührt, schnell gebacken und die fertigen Waffeln müssen nicht erst lange abkühlen. Denn warm schmecken sie am allerbesten.

Seit mir mal Waffeln am Eisen richtig festgepappt sind, ist mir die Lust am Waffeln backen gründlich vergangen. Habt ihr schon mal ein Waffeleisen von Grund auf sauber machen dürfen? Spaß geht anders. Die festgebackenen Teigreste abzukriegen ist ziemlich mühselig. Man kann ein elektrisches Waffeleisen ja nicht ins Spülwasser tauchen. Da ich diese Putzaktion nicht wiederholen wollte, kam das Waffeleisen nie wieder zum Einsatz.

Es gibt aber eine Alternativen zum elektrischen Waffeleisen - Silikonformen für den Backofen. Im Vergleich zum Waffeleisen haben sie einige Vorteile. Sie sind billiger, platzsparender zu verstauen und spülmaschinenfest. 
Ob ich sie von Hand zu spülen muss oder in die Spülmaschine geben kann, ist mir letztendlich egal. Beides ist problemlos zu bewerkstelligen und gab für mich den Ausschlag, die Waffelformen zu kaufen.

Der erste Rezept, das ich damit ausprobiert habe, hat mich nicht überzeugt. Die Waffeln waren mir zu trocken. Das leckerste war das Pflaumenkompott, das ich dazu gemacht hatte. Meinem Mann haben die Waffeln geschmeckt. Er hat sich geopfert und alle weggeputzt. Vielleicht auch, weil es so etwas ganz unerwartet und mitten in der Woche gab. 

Ich habe jetzt nochmal ein anderes Rezept ausprobiert. Diese Waffeln haben auch mir geschmeckt. Das lag vielleicht auch mit daran, dass ich das Rezept etwas abgewandelt und einen Teil der erforderlichen Milch durch Baileys ersetzt habe. Alkohol ist ja als Geschmacksgeber immer eine sichere Bank. 

Nach diesem Rezept habe ich die Waffeln gebacken:

- 3 Eier
- 100 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 90 g geschmolzene, abgekühlte
 Butter
- 50 ml Baileys
- 150 ml Milch
- 175 g Mehl
- 1 Teelöffel Backpulver

Eier mit Zucker und einer Prise Salz schaumig rühren. Die geschmolzene Butter mit Milch und Baileys mischen und drunter rühren. Zu Schluss Mehl und Backpulver dazu geben und verrühren.
Die Waffelformen mit Öl auspinseln, den Teig einfüllen und ca. 15 Minuten backen. 












In der Anleitung für die Silikonformen wird empfohlen, die Waffeln nach fünfzehn Minuten Backzeit aus der Form zu lösen und noch weitere fünf Minuten ohne Form zu backen. So sollen sie knusprig und auch die Rückseite gebräunt werden. Knuspriger wurden sie bei mir dadurch nicht. Ich habe sie nach der Backzeit noch kurz in der Pfanne gebraten. Dann war's gut. So kann man auch auf Vorrat gebackene Waffeln wieder auffrischen. 


Sind Waffeln aus dem Ofen empfehlenswert? 

Die besten Waffeln meines Lebens habe ich als Kind bei einer Cousine meiner Mutter gegessen. Sie hatte noch einen alten Kohleofen in der Küche und hat die Waffeln über dem Feuer gebacken. So was Leckeres kriegen wir heute mit unseren modernen Geräten nicht mehr hin. Aber Waffeln im elektrischen Waffeleisen werden auf jeden Fall schön knusprig. 


Die Waffeln aus der Silikonform kommen zwar nicht knusprig aus dem Ofen. Wenn ich sie aber in der Pfanne nachbesser, sind sie für mich eine gute Alternative. 

Die Teigmenge hat für vier Formen gereicht. Ein kleines bisschen ist übrig geblieben. Dafür wollte ich nicht mehr den Backofen heizen und habe den Teig stattdessen in der Pfanne ausgebacken. Optisch kein Kracher, aber geschmeckt hat es trotzdem.

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19. September 2017

Der frühe Vogel braucht Kaffee




Morgens früh um - ach, keine Ahnung. Mein verschlafenes Hirn kann die Information doch sowieso noch gar nicht verarbeiten. Ich quäle mich aus dem Bett. Warum ist das morgens immer soooo viel gemütlicher als abends? Den Weg durchs Schlafzimmer bewältige ich im Dunkeln. Aber auf der Treppe knipse ich doch lieber das Licht an. Hilft Unfälle zu vermeiden. Boah, ist das ekelhaft hell! Ich tapse weiter Richtung Kaffeemaschine. 

Der Kaffeeautomat heizt auf. Wassertank voll genug? Check. Genug Kaffeebohnen im Behälter? Nein. Also nachfüllen. Klappt, ohne dass nennenswerte Mengen daneben fallen. Im Unterbewusstsein registriere ich, dass jetzt kaum noch Bohnen in der Packung sind. "Alexa, schetsche Gaffee auwe Eingauwschlisschte." Alexa punktet mit Inkompetenz. "Entschuldigung, ich weiß nicht wie ich dir helfen kann." Wozu hat man eigentlich solchen Schnickschnack, wenn er dann doch nicht funktioniert! Ach stimmt ja, die Dame braucht klare und deutliche Ansagen. Warum eigentlich? Ist doch Alexa und nicht Alex. Dann eben nicht. Unfallfreie Sätze bringe ich noch nicht raus. Hoffentlich denke ich nachher dran Kaffee einzukaufen.

Ein paar Tropfen Milch in die Tasse und dann ab mit dem Kübel unter den Kaffeeauslauf. Durchschnaufen, das schwarze Lebenselexier rinnt in die Tasse. So, und jetzt komm mir bitte noch keiner mit irgendwelchen Problemen, Banalitäten, was auch immer. Mein Motor ist noch nicht hochgefahren. 

Erster Schluck Kaffee. Mein Handy meldet eine WhatsApp-Nachricht. Bitte, bitte keine Hiobsbotschaft am frühen Morgen! Mein Adrenalinpegel steigt. Argwöhnisch öffne ich die Nachricht: "Müsste Klo-Brille nicht streng genommen Klo-Monokel heißen?" Du Spaßvogel! Ich lache, wenn ich richtig wach bin. Jetzt reicht's nur für ein Augenrollen.

Ich verziehe mit mit Kaffee und Zeitung ins Wohnzimmer. Damit dem Tisch nix passiert, stelle ich die Tasse vorsichtshalber auf einen Untersetzer. Eigenhändig zusammengeklöppelt. Das frische Grün des Untersetzers will nicht mehr so recht zum Herbstwetter passen. Ich muss bald mal meine Stoffreste durchforsten, ob sich was Herbstlicheres findet. 
Nach dem zweiten Pott Kaffee kann ich einigermaßen klar denken. Ich glaube, der Tag und ich - wir werden Freunde.







Damit Hitze dem Holz des Tisches nicht schadet, haben die Untersetzer eine isolierende Einlage aus Thermolam. Das sorgt zudem für eine schönere Haptik und Optik. Die Blattadern entstehen durch mehrmaliges hin und her nähen.

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14. September 2017

Hallo Herbst! Auch schon wieder da?

Ich mag den Herbst. Keine andere Jahreszeit hat dieses sanfte, weiche Licht, diese warmen Farben. Es macht Spaß durch raschelndes Laub zu laufen. Ich liebe es, vom Herbstwind durchgepustet zu werden.

Ich mag auch, wenn das Wetter üsseliger wird. Wenn der Wind ums Haus fegt, der Regen gegen die Scheiben pladdert. Je schäbbiger es draußen ist, um so kuscheliger wird es drinnen. 

Seine unwirtliche Seite zeigt der Herbst hier schon. Das ist mir jetzt aber doch ein bisschen zu schnell gegangen. So ab Ende Oktober gerne. Aber jetzt schon? Ich hatte auf einen sonnigen, warmen September gehofft. Aber gut, so übernimmt der Regen derzeit das Gießen. Das spart schon mal eine Menge Zeit. Auch sonst ist im Garten nicht so viel zu tun.
Zum Stauden teilen ist es noch zu früh. Die Dahlien müssen hoffentlich noch lange nicht ausgegraben werden. Noch blühen sie und setzen unermüdlich Knospen an. Beim Unkraut bin ich sowieso relativ tolerant. Einzig das Laub muss regelmäßig vom Rasen geharkt werden, damit die Gräser nicht faulen. Könnte man dieser Tage fast täglich machen. 





Obwohl der Sommer sich verabschiedet hat, blühen und fruchten unsere Erdbeeren immer noch. 



Und wir haben einen neuen Gast. Das Eichhörnchen ist ganz frech durch das Gitter der Vogelfutterstelle geschlüpft und hat sich eine geschlagene Viertelstunde den Bauch voll geschlagen. Jetzt, wo es weiss, wie lecker im Hause T. aufgetischt wird, kommt es öfter. Es huscht immer ganz vorbildlich unterm Gartentor rein und raus. Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder über den Zaun klettern würde!


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12. September 2017

Kleine Stoffhüllen und schon hat man Übersicht in der Nadelsammlung





Wer gerne und viel näht, verarbeitet nicht immer nur leicht zu nähende Baumwollstoffe. Der wagt sich irgendwann auch an Stretch, feine, dünne Blusenstoffe und vielleicht sogar Leder. Unterschiedliche Stoffe erfordern unterschiedliche Nähmaschinennadeln und so legt man sich nach und nach eine kleine Nadelsammlung an.

Meine Sammlung ist zwar ordentlich in der Schublade sortiert. Aber trotzdem musste ich immer alle Nadelpackungen durchgrabbeln, bis ich die passende Nadel in den Fingern hatte. Dauert zwar keine Ewigkeit. Aber mich hat es genervt. Wenn gerade eine Nadel abgebrochen ist, es sowieso nicht so fluppt wie es soll, erst recht.
Deshalb habe ich den Schachteln Hüllen aus der jeweiligen Stoffart verpasst. Jetzt stecken Jeansnadeln in einer Hülle aus Jeansstoff, dünne Nadeln für feinere Stoffe in fluddeligem Blusenstoff usw. So sehe ich auf einen Blick wo welche Nadel ist. Ich könnte auch ohne hinzusehen die richtige Nadel ertasten. 
Das ist ratz fatz genäht und man braucht nur minikleine Stoffreste. 







5. September 2017

Wiederverwendbare Bienenwachstücher statt Frischhaltefolie




Nachhaltigkeit und Müllvermeidung ist aktuell in aller Munde. Müll komplett zu vermeiden, gelingt mir bei weitem noch nicht. Aber ich befasse mich schon eine ganze Weile mit dem Thema und bemühe mich Schritt für Schritt Müll zumindest zu reduzieren. So kommen beispielsweise die dünnen Flattertüten von der Obst- und Gemüsetheke nicht mehr unser Haus. Statt dessen nutze ich selbst genähte Stoffbeutel

Auch Frischhaltefolie kommt bei mir so wenig wie möglich zum Einsatz. Schüsseln werden gewöhnlich mit einem Teller abgedeckt. Für manche Gefäße sind aber selbst Untertassen noch zu groß und ich warte immer drauf, dass irgendein Schussel - ich zähle mich durchaus dazu - sie runterfegt. Und eine Auflaufform oder gar ein Backblech deckt auch mein größter Teller nicht ab. Dafür habe ich in der Vergangenheit Frischhaltefolie genommen.


Aber auch hierfür gibt es eine umweltfreundliche Alternative - Bienenwachstücher. Diese Tücher sind wiederverwendbar und Bienenwachs besitzt sogar antibakterielle Eigenschaften. 
Mit diesen Tüchern liebäugel ich schon länger. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen fertig zu kaufen. Aber sie sind schweineteuer. 
Man kann eine Menge Geld sparen, wenn man sie selber herstellt. Selbst wenn man dafür extra Stoff kaufen muss, kommt man noch deutlich günstiger weg.
Im ARD-Buffet habe ich neulich eine Anleitung gesehen, wie die Tücher hergestellt werden. Kein Hexenwerk. Das war für mich der Anstoß, es auch mal zu probieren. 

Meine Stoffreste sind nur alle zu klein, um größere Wachstücher herzustellen. Aber wer sagt denn, dass die Tücher aus einem Stück bestehen müssen? Einfach kleinere Stoffstücke aneinander nähen. Dann je nach Wunsch alle Seiten gerade abschneiden oder für ein rundes Tuch einen Kreis ausschneiden, und schon hat man ein großes Wachstuch für kleines Geld.






Für die Bienenwachstücher braucht man:

- ein Stück gewaschenen Baumwollstoff 
- Bienenwachspellets
- neutrales Speiseöl (bei mir Rapsöl)
- Back- oder Pergamentpapier
- ein Bügeleisen
- eine leere Konservendose
- einen Kochtopf

Wachs und Öl im Verhältnis 4:1 (4 Teile Wachs, 1 Teil Öl) in eine Konservendose geben und im Wasserbad schmelzen. 
Öl wurde bei der Demonstration im Fernsehen nicht dazu gegeben. Das habe ich gegoogelt. Das Öl sorgt dafür, dass die Tücher geschmeidiger sind.
Den Stoff auf ein ausreichend großes Stück Backpapier legen und mit einem sauberen Pinsel das flüssige Wachs auftragen. Zügig arbeiten. Das Wachs wird beim Auftragen schnell wieder fest.
Eine zweite Lage Backpapier drüber legen und auf höchster Einstellung bügeln. Durch die Hitze verteilt sich das Wachs gleichmäßig und verbindet sich mit dem Stoff.

Bei der Vorführung im ARD-Buffet wurde das Wachs großzügig auf den Stoff gepinselt, auch über den Stoffrand hinaus. Genauso habe ich es nachgemacht und kann das so nicht empfehlen. Das ist entschieden zu viel des Guten. Das Wachs hat sich beim Bügeln weit über den Stoffrand hinaus ausgebreitet und ist fast unter dem Backpapier raus geflossen. Wenn es dumm läuft, versaut man sich so Bügelbrett und Bügeleisen. Oder man muss ein unnötig großes Stück Backpapier verwenden.

Es reicht vollkommen aus, das Wachs etwas sparsamer aufzutragen und gut einen Zentimeter vor dem Stoffrand zu stoppen. Wenn später Stellen nicht ausreichend bewachst sind, lieber nacharbeiten.



Große Tücher passen schlecht aufs Bügelbrett. Die bügelt man am besten auf dem Tisch. Natürlich mit entsprechender Unterlage.
Da ich sowieso gestückelt habe, habe ich beim nächsten Versuch zuerst die einzelnen, kleinen Stücke bewachst und dann zusammengenäht. Die Wachstücher lassen sich ganz wunderbar vernähen. Ich empfehle aber, danach Nadel und Nähfüßchen feucht abzuwischen. Sonst näht man sich die Wachsrückstände u. U. auf den nächsten Stoff.

Auch zum Einwickeln für Pausenbrote, Käse, Wurstreste sind die Tücher hervorragend geeignet.




Ich habe für 500 g Wachs 9,99 € bezahlt. Für ein 40 x 40 cm großes Tuch habe ich 20 g Wachs geschmolzen. Diese Menge habe ich dafür aber nicht ganz verbraucht. Das Wachs für dieses Tuch hat mich also noch nicht mal 40 Cent gekostet.

Um die Wachschicht nicht zu beschädigen, die Tücher nur feucht abwischen oder lauwarm spülen. Sie eignen sich nicht für rohes Fleisch und rohen Fisch. Was damit in Berührung kommt, muss heisser gespült werden. Bilden sich im Laufe der Zeit brüchige, schadhafte Stellen, einfach zwischen zwei Lagen Backpapier noch einmal bügeln, und sie sind wieder wie neu.

Die Tücher lassen sich durch die Wärme der Hand gut um die Schüssel formen, bleiben aber nicht, wie Frischhaltefolie, am Gefäß kleben. Man könnte sie zusätzlich mit einem Gummiband fixieren oder die Größe so wählen, dass man sie bis unter den Schüsselboden legen kann.




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1. September 2017

Topinambur - kleine Sonnen mit essbarer Wurzelknolle










Den Wortteil Sonne hat die Sonnenblume zu Recht im Namen. Verbreiten ihre großen, sonnengelben Blütenköpfe doch Wärme und pure Lebensfreude.
Es gibt aber auch Sonnenblumen mit kleinen Blüten. Ich habe so eine Sorte im Garten. Die geringere Blütengröße macht sie durch verzweigte Blütenstände wieder wett. Diese Sorte heißt Topinambur, auch bekannt als Indianerknolle oder Diabetikerkartoffel.
Diabetikerkartoffel deshalb, weil ihre essbaren Knollen wie herkömmliche Kartoffeln zubereitet werden können. Und anders als die normale Kartoffel, beeinflussen sie den Insulinspiegel kaum.  Auch als Rohkost schmecken sie sehr gut. Im Spätherbst können die Knollen geerntet werden. 



Laut einschlägigen Gartenratgebern soll die Pflanze zum Wuchern neigen. Aus meiner Erfahrung kann ich das (noch) nicht bestätigen. Ich grabe alle Knollen im Herbst komplett aus und pflanze kontrolliert ein paar wieder fürs kommende Jahr ein. Bis jetzt hatte ich Glück - mein Nachbar auch - und sie sind da geblieben, wo ich sie haben will. 
Minusgrade machen den Knollen nichts aus. Sie treiben im Frühjahr zuverlässig wieder aus.
Die Pflanzen bringen es locker auf zwei bis zweineinhalb Meter. Damit ein sommerliches Unwetter ihnen nichts anhaben kann, ist man gut beraten, wenn man die Pflanzen stützt oder vor eine schützende Hauswand pflanzt.

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