3. Dezember 2016

Himmlische Engelsküsse - ein Pralinenrezept, das bei uns zu Weihnachten ein Must Have ist




In den meisten Familien wird in der Vorweihnachtszeit ja unglaublich viel Zeit in der Küche verbracht. Und damit meine ich nicht die Parties, bei denen sich irgendwann alles in der Küche trifft, weil da die interessantesten Gespräche geführt werden und die beste Stimmung ist. Nein, es wird gerührt, geknetet und gebacken wie sonst zu keiner Zeit im Jahr. Rezepthefte werden gewälzt, Kekse ausgestochen und am Ende liebevoll verziert. Das alles macht richtig viel Arbeit. Deutlich mehr als wenn mal eben schnell einen Kuchen zusammenrührt und in den Ofen schiebt.

Was bei uns Weihnachten nicht fehlen darf sind Engelsküsse. Das sind mit Amaretto aromatisierte verfeinerte angereicherte Pralinen, die einfach himmlisch schmecken, deshalb Engelsküsse. Außen knackige Schokolade, innen ein weicher, leicht nach Marzipan schmeckender, alkoholhaltiger Kern. Wer Alkohol vollkommen ablehnt, ist hier jetzt raus. Wer Marzipan nicht mag, sollte es trotzdem auf einen Versuch ankommen lassen. Mein Mann, meine Kinder und meine Wenigkeit mögen eigentlich auch alle kein Marzipan. Aber Engelsküsse lieben wir trotz des leichten Marzipangeschmacks. 
Auch die sind nicht nur mal eben schnell zusammengerührt, sondern machen Arbeit. Lohnt sich aber definitiv.

Das sind die Zutaten
- 300 g Löffelbiskuit
- 125 g flüssige Butter
-   75 ml Sahne
- 125 ml Amaretto
- 100 g gemahlene Mandeln

Die Löffelbiskuits müssen richtig fein zerbröselt werden. Normalerweise packt man sie dafür in einen Gefrierbeutel und rollt mit einem Nudelholz drauf rum bis sie zerkrümelt sind.

Wer einen Pürierstab hat, kann das kraftsparender machen. Die Kekse einfach in Stücke brechen, in eine Schüssel geben und die flüssige Butter, die Sahne, und den Amaretto drüber gießen. Alles miteinander vermischen. 


Die Löffelbiskuits saugen sich voll, werden weich und man kann sie mit dem Zauberstab pürieren.


Dann kommt das Ganze erst mal in den Kühlschrank.
Wenn die Masse gut durchgekühlt ist, werden kleine Kugeln daraus gerollt und mit flüssiger Schokolade überzogen. 
Es empfiehlt sich, die Kugeln vor dem schokolieren (heißt das so?) etwas anzufrieren. Dann bleiben sie schön in Form, und die Schokolade wird ratz fatz fest.

Die gerollten Kugeln legt man vor dem Einfrieren am besten auf Backpapier. Dann klebt nix an. Bei den in Schokolade getauchten ist das auch die beste Lösung. Alufolie eignet sich weniger. 
An der Stelle wo sie aufliegen ist oft keine Schokolade. Wen das nicht stört - okay. Ich tupfe die Reste aus der Schüssel auf die nackigen Stellen. Find ich schöner so. 
Wer hat, kann die in Schokolade getauchten Kugeln auf einem Pralinengitter hin und her rollen. Ist zwar mehr Arbeit, gibt aber eine schöne Struktur.



Aus den angegebenen Zutaten lassen sich ein Menge Engelsküsse herstellen. Wer keine große Familie und nicht so viele Leute zu beschenken hat, sollte die Zutaten eventuell halbieren. 

27. November 2016

Beschneite Tannenzapfen bringen Weihnachtsstimmung ins Haus




Meine Weinachtsdeko habe ich erst einen Tag vor dem 1. Advent hingekriegt. Also auf den letzten Drücker. In der Nachbarschaft leuchten schon seit zwei Wochen die Lichterketten. Da wir hier aber in den letzten Tagen fast frühlingshafte Temperaturen hatten, konnte das bei mir nix werden. Damit ich in Weihnachtsstimmung komme, muss es winterlich kalt sein. Also hab ich die Nachbarn machen lassen, das fast schon vor der Tür stehende Weihnachtsfest ignoriert und erst mal meinen Garten winterfest gemacht - Laub zusammengeharkt, Dahlien ausgegraben und frostfrei eingelagert, Tulpen- und Narzissenzwiebeln gesetzt. Also auch auf den letzten Drücker, denn pünklich zum Advent wurde es hier doch noch frostig kalt. Nu musste ich dekomäßig aber ran, zumal die Jüngste zu Besuch war, die Advent und Weihnachten über alles liebt.


Damit der Winter auch im Haus Einzug hält (nur optisch), habe ich Pinienzapfen und Tannenzapfen beschneit. Das geht ganz unproblematisch mit Zutaten, die man eh im Haus hat. Ich habe aus Wasser und Puderzucker eine dünnflüssige Zuckerlösung angerührt und die Zapfen damit eingepinselt. Überschüssige Flüssigkeit habe ich noch ein bisschen abgeschüttelt und dann die Zapfen mit Puderzucker besiebt. Nachdem alles getrocknet war, habe ich überschüssigen Puderzucker runtergeschüttelt. Viel kam da aber nicht mehr runter. Zu meiner eigenen Überraschung hält der Puderzucker auf den Zapfen erstaunlich gut. Und wenn ich im nächsten Herbst unbeschneite Zapfendeko will, lässt sich das Ganze problemlos wieder abwaschen.







18. November 2016

Laubsauger - für mich die moderne Geißel der Menschheit




Seit Wochen will ich meinen Garten winterfest machen. Aber in der letzten Zeit bin ich irgendwie zu nix gekommen. Heute hab ich eine Regenpause genutzt und wenigstens schon mal einen Anfang gemacht und das Laub vom Rasen geharkt. Muss sein. Wenn das Laub liegen bleibt, kann der Rasen darunter faulen. 




Ein Trend, der in immer mehr Gärten Einzug hält - Laubsauger und Laubbläser.  Diese Radau machende Ungetüme, die einem den letzten Nerv rauben. 

Laubsauger machen nicht nur Krach, sondern schreddern außerdem noch nützliche Insekten. Wenn es ganz blöd läuft, werden sogar kleine Igel mit aufgesaugt und zerstückelt. Eine Vorstellung, die mir kalte Schauer den Rücken runter jagt.

Mit Laubbläsern wird das Laub mit viel Getöse auf einen Haufen gepustet. Für Profis, die kilometerlange Gehwege von Laub befreien müssen, damit sich keiner auf den nassen, rutschigen Blättern auf die Nase legt, ist der Einsatz dieser Geräte vielleicht noch zu rechtfertigen. Aber im kleinen Privatgarten ist eine solche Anschaffung für mich nicht nachvollziehbar. Was spricht dagegen, das Laub nahezu geräuschlos und mit Muskelkraft zusammen zu rechen? Das kann locker die eine oder andere Stunde im Fitnesstempel ersetzen. Man bewegt sich und ist an der frischen Luft. Besser geht es doch gar nicht.



Wenn jemand körperlich angeschlagen ist und niemanden hat, der ihm bei der Gartenarbeit zur Hand gehen kann, bin ich nicht so streng. Der darf datt. Aber bitte nur einen Laubbläser, keinen Laubsauger.


Wie gesagt, vom Rasen muss das Herbstlaub runter. Es muss aber nicht komplett aus dem Garten verschwinden. Man kann es  entweder in einer Gartenecke anhäufeln und bietet so Nützlingen in der kalten Jahreszeit Unterschlupf. Oder man verteilt auf den Beeten eine mehrer Zentimeter dicke Laubschicht. Diese schützt den Boden, und das sich allmählich zersetzende Laub versorgt ihn zusätzlich mit Nährstoffen. Um empfindliche Pflanzen angehäufelt, schützen die herabgewehten Blätter vor strengen Frösten.




Dem ein oder anderen ist der Garten vielleicht nicht ordentlich genug, wenn das Laub nicht fein säuberlich entfernt wird. Unsere kleinen Freunde in der Natur werden es aber danken, wenn der Garten nicht wie geleckt aussieht. Dass sich bei mir auch kleine Krabbeltierte wohl fühlen sollen, habe ich hier ich hier schon mal erzählt.








12. November 2016

Möchten Sie eine Plastiktüte? Nein, danke. Ich habe eine Stofftasche dabei.

Kennt Ihr das? Man steht im Kaufhaus an der Kasse, und die Verkäuferin packt die gerade erworbene Bluse in eine Plastiktüte, damit man die neue Errungenschaft unbeschadet nach Hause tragen kann. Ein paar Geschäfte weiter entdeckt man die Hose, die perfekt dazu passt. Auch hier wird der Einkauf von der Verkäuferin, ohne nachzufragen, in eine Plastiktüte gesteckt. Nicht selten kommt man von einer Einkaufstour mit Tüten beladen nach Hause.
Mit dieser Freigiebigkeit ist jetzt Schluss. Seit Juli 2016 sind Plastiktüten in vielen Geschäften kostenpflichtig. Im Supermarkt zahlt man schon lange für die Tüten. Jetzt sind sie auch in den Kaufhäusern und kleinen Einzelhandelsgeschäften nicht mehr umsonst. Da überlegt man schon, ob man tatsächlich eine Tüte braucht.

Plastiktüten kosten nicht nur Geld, sondern sind auch ökologisch gesehen problematisch. Hergestellt werden sie aus Erdöl, einem nicht nachwachsenden Rohstoff. In der Regel werden die Einkäufe nur ein einziges Mal darin nach Hause getragen. Danach wird die Tüte entsorgt. Recycelt wird aber nur ein geringer Prozentsatz. Der Rest landet auf Mülldeponien.
Bis Plastik komplett zersetzt ist, kann es bis zu 500 Jahre dauern.
Über die Flüsse und küstennahe Mülldeponien findet unser Plastikschrott sogar den Weg ins Meer. Das Plastik zerfällt in immer kleinere Teilchen, wird zwangsläufig von den Fischen geschluckt und landet somit auch auf unserem Teller.

Wer einen Beitrag zum Umweltschutz leisten will, verzichtet in Zukunft auf Plastiktüten. Die ökologisch vertretbare Alternative sind Baumwolltaschen. Der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bei der Herstellung sind zwar höher als bei Plastiktüten, das machen diese Taschen aber mit ihrer Langlebigkeit mehr als wett. Baumwolltaschen sind strapazierfähig und können beliebig oft verwendet werden. Sind sie mal schmutzig geworden, steckt man sie einfach in die Waschmaschine und schon sind sie wieder einsatzbereit.

Stoffbeutel gibts bei mir im ShopKlein zusammengefaltet hat diese Variante in jeder Handtasche oder sogar Hosentasche Platz und ist so immer am Mann bzw. an der Frau.



Das aufgenähte Reißverschlusstäschen beherbergt den Stoffbeutel, wenn er gerade nicht im Einsatz ist. Wer es gerne ordentlich mag, faltet ihn klein zusammen und steckt ihn in das Täschchen.




Wer es nicht so genau nimmt oder gerade eilig hat, stopft ihn einfach rein.



Also, in Zukunft - Plastiktüte? Nein danke.



19. Oktober 2016

Wenn man so dermaßen für dumm verkauft wird ....

dann schwanke ich zwischen Belustigung und Fassungslosigkeit.

Ich suche für unsere beiden Mümmelmänner Beschäftigung. Alte Versandkartons und Umzugskisten werden gerne genommen und in tagelanger Kleinarbeit zerlegt. Im Internet bin ich jetzt auf der Suche nach Papprollen, wo die beiden rein kriechen und sich auch mal drin verstecken können. Bis jetzt habe ich noch nichts passendes gefunden.



Was man bei Ebay allerdings kaufen kann - man glaubt es kaum - sind leere Papprollen von Küchenkrepp und Klopapier!!! Angepriesen werden die Dinger als "ideal für Rennmäuse".

10 leere Klorollen sind schon für nen schlappen Euro zu haben. Kommen lediglich noch 2 Euro Versand dazu.

oder

25 Klorollen für 1,99 € zuzüglich 2,20 Versand. Auf die Rolle umgerechnet ist das natürlich günstiger.

oder aber

170 Rollen (Kücherollen und Klopapierrollen gemischt). Das Mindestgebot beträgt 2,99  € plus 7 (sieben) Euro Versand. 

Hat noch niemand drauf geboten. Versteh ich gar nicht. Selbst wenn man die Sofort-kaufen-Option mit 4,59 € wählt, ist das doch ein richtiges Schnäppchen!
Ja halten diese Leute einen denn für komplett bescheuert? Selbst wenn man eine ganzen Käfig voller Rennmäuse hätte, fällt im eigenen Haushalt so was nicht an? Oder gibt es hier tatsächlich irgend jemanden, der nicht sch...t?
Man kann ja angeblich auch aus Sch...e Geld machen. Wenn das jemand mit einer richtig guten Idee hinkriegt - Respekt. Aber wer bitteschön will denn den Müll anderer Leute kaufen? Wenn man also mal was ganz kurioses sucht, wird man bei Ebay fündig. Vor ein paar Tagen wurde dort sogar ein Baby zum Kauf angeboten! Was geht nur in den Köpfen der Leute vor!

Ich brauche weder Babies noch leere Haushaltsrollen. Wenn aber jemand weiß wo man stabile Papprollen bekommt, durch die eine kleines Kaninchen durch passt, wäre ich für Tipps dankbar.





6. Oktober 2016

Nussecken - ein Familienrezept


Jetzt wird es doch schon recht früh dunkel, und morgens und abends ist es auch schon ganz schön frisch. Man hält sich zunehmend im Haus auf und das Essen, was auf den Tisch kommt, ist gehaltvoller als die leichte Sommerküche und muss Körper und Seele wärmen.

Herbstzeit ist auch Nusszeit. Zum Plätzchen backen mit Nuss und Mandelkern ist es aber noch eindeutig zu früh. Nussecken allerdings werden von meiner Familie heiß geliebt und sind, bis auf die Zeit zwischen Ostern und September, in meiner Küche ein Ganzjahresgebäck. Sie werden auch von Bekannten als kleine Aufmerksamkeit bzw. Dankeschön gerne genommen. 




Wer neugierig geworden ist - hier das Rezept

Mürbeteigunterlage

250 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
60 g Zucker
125 g Butter (wer lieber Margarine nehmen möchte - keine Halbfettmargarine!)

Alle Zutaten verkneten und den Teig mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Belag

100 g Marzipanrohmasse
2 Esslöffel Weinbrand oder Rum
400 g gemahlene Haselnüsse
          --------------------
150 g Butter (Margarine s. o.)
100 g Crème fraîche oder Schmand
250 g Zucker
          ---------------------
Kuvertüre zum Bestreichen

- Die Marzipanrohmasse mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Weinbrand bzw. Rum 
  verkneten. Ich füge zusätzlich noch so viel Milch oder Wasser hinzu, bis eine geschmeidige
  Masse entsteht.
- Diesen Brei mit den Haselnüssen mischen.
- Butter, Créme fraîche und Zucker in einen Topf geben und unter Rühren einmal kräftig  
  aufkochen.
- Über die Nüsse gießen und gut vermischen.
- Den Mürbeteig auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech ausrollen.
- Die Nussmasse darauf verteilen und glatt streichen. Wenn das mit dem Holzlöffel nicht so gut 
  klappt - mit ganz leicht angefeuchteten Fingern geht das hervorragend.
- Ca. 30 bis 35 Minuten bei 160 Grad Umluft backen. Die Backzeit hängt vom Ofen ab. Die 
  Nussecken sind fertig, wenn der Nussteig leicht gebräunt ist.
- Die Teigplatte in Dreiecke schneiden und die Nussecken mit geschmolzener Kuvertüre
  bepinseln.








28. September 2016

Heimwegtelefon - Ehrenamtler sorgen dafür, dass Du nachts sicher nach Hause kommst



Stellt Euch vor, Ihr trefft Euch abends mit Freunden in einer netten Kneipe auf ein Glas Wein oder Bier. Weil es meistens nicht bei einem Glas bleibt und Ihr vernünftig und verantwortungsbewusst seid, habt Ihr das Auto zu Hause stehen lassen. Man unterhält sich nett, hat Spaß, und plötzlich ist es wieder verdammt spät geworden. Die Freunde haben einen anderen Heimweg und man muss nun alleine durch die Nacht nach Hause. Ein mulmiges Gefühl oder? Man könnte sich ein Taxi rufen. Jungen Leuten fehlt aber dafür oft das Geld und bei den Eltern, die bereit wären abzuholen, wohnt der Nachtschwärmer vielleicht nicht mehr. Was nun?

Beim Durchblättern der Zeitschrift für Freunde der Johanniter-Unfall-Hilfe bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen.


Die ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen derzeit 

donnerstags von 20-24 Uhr und
freitags und samstags von 22-4 Uhr 

bereit, Freunde der Nacht telefonisch nach Hause zu begleiten und wenn es nötig sein sollte, die Polizei zum Zielort zu schicken.

Da das Team, wie gesagt, aus Ehrenamtlern besteht und das Ganze sich auch noch im Aufbau befindet, sind weitere Telefonisten und Geldspenden sehr willkommen. Mit unserer Unterstützung kann die Begleitung nach Hause vielleicht zeitlich weiter ausgedehnt werden. Weitere Informationen findet Ihr hier.

Ich finde das eine wirklich gute und unterstützenswerte Idee.



25. September 2016

Rezept für ein herbstliches Apfel-Nussbrot

Nachdem der September mit Hochsommerwetter begonnen hatte, stehen so langsam aber doch alle Zeichen auf Herbst. Morgens und abends ist es jetzt merklich frischer. Und was ist es auf einmal schon früh dunkel! Die Sonne gibt aber tagsüber immer noch ihr Allerbestes. Temperaturen, dass man noch im T-Shirt Sonnenvorrat für einen langen, üsseligen Winter tanken kann. Und dann dieses goldene, warme Licht, wie es nur die Herbstsonne zaubern kann. Für mich die schönste Jahreszeit.

Jetzt ist auch die Zeit um in Pflaumen- und Apfelkuchen zu schwelgen und den Abend mit Federweißen und Zwiebelkuchen ausklingen zu lassen.
Für Apfelfans habe ich ein ganz unkompliziertes Rezept für Apfelbrot. Eigentlich ist es ein Kastenkuchen, wird aber, wie Brot auch, ohne Zugabe von Fett gebacken. Die Optik des Apfelbrotes ist leider recht unspektakulär - sieht eher aus wie ein Hackbraten. Nix für Ästheten, aber ein sehr saftiges Brot, das relativ schnell zusammengerührt ist.
Als klassischer Backapfel eignet sich ein Boskopp besonders gut. Will man einen Apfel, der gute Backeigenschaften hat und auch zum so essen lecker ist, empfehle ich Elstar.




Rezept für 2 Kastenformen
Backzeit 45-60 Minuten bei 160 Grad Umluft

- 750 g in geschälte und in Würfel geschnittene Äpfel
- 150 g Zucker - ich nehme braunen Zucker
- 2 Esslöffel Rum

Jetzt kommt eine kleine Schikane. Diese Mischung muss ein paar Stunden ziehen, bis der Zucker vollständig gelöst ist und sich Flüssigkeit gebildet hat.



Dann kommen noch dazu:

- 500 g Mehl
- 2 Tütchen Backpulver
- 200 g gehackte Nüsse 
- 200 g Rosinen 
- 1-2 Esslöffel Kakao
- 1 Teelöffel Zimt

Alle Zutaten miteinander vermischen. Das geht am besten mit einem Holzlöffel oder mit den Händen. 
Wenn das Mehl noch nicht komplett untergearbeitet ist, erscheint der Teig sehr trocken und man ist versucht, zusätzliche Flüssigkeit dazu zu geben. Auf keinen Fall! Geduldig weiter kneten! Der Teig hat am Ende die vom Kuchenteig gewohnte feuchte Konsistenz.

Ich mag keine trockenen, knubbeligen Rosinen im Kuchen und weiche sie deshalb vorher ein. Am schnellsten geht das, wenn man sie mit etwas kochendem Wasser übergießt - nur so viel, dass die Rosinen mit Wasser bedeckt sind - und das Ganze ca. 20 Minuten ziehen lässt. Die Rosinen sind dann nicht ausgelaugt, aber schön weich und saftig und entziehen dem Teig so keine Feuchtigkeit. (Abgießen nicht vergessen.)

Das Apfelbrot kann man prima auf Vorrat backen und einfrieren.







15. September 2016

Fruchtiges Mango-Ketchup hausgemacht

Ich koche ziemlich ungern. Nein - so stimmt das nicht. Ich hasse diese tägliche Pflicht, was Vernünftiges auf den Tisch bringen zu müssen. Der eine mag dies nicht, der andere verträgt das nicht. Frag ich was ich kochen soll, kommt nur ein Schulterzucken begleitet von einem "Mir egal. Irgendwas." Nee, so machts  keinen Spaß.

Für Gäste oder wenn mal was Besonderes ansteht, leg ich mich allerdings gern ins Zeug. Und auf schöne Kochbücher und Zeitschriften mit ausgefallenen Rezepten spring ich an. Ich trag auch Zeitschriften nach Hause, in denen mir beim groben Durchblättern nur ein einziges Rezept ins Auge springt. Wenn der Zeitschriftenstapel allzu groß wird, wandern die wenigen nachkochenswerten Rezepte in einen Ordner, die Zeitschriften ins Altpapier. Im Laufe der Jahre hat sich eine stattliche Anzahl an Kochbüchern und Zeitungsauschnitten angesammelt. Gekocht und gebacken wird aber, wie gesagt, nur nach wenigen Lieblingsrezepten.

Damit ist jetzt Schluss. Neulich hab ich nen Rappel gekriegt und rigoros aussortiert. Um Nägel mit Köpfen zu machen, habe ich mir selbst ein Kochbuch-Kaufverbot auferlegt. Kommt erst wieder was neues ins Haus, wenn alle Rezepte durchgekocht sind.
Ich glaube allerdings, bei Zeitschriften wird das schwer. Im Vergleich zu Kochbüchern kosten die ja nicht viel. Und ein paar einzelne rausgerissene Rezepte nehmen auch nicht viel Platz weg. Ich fürchte, hier und da wird doch noch das ein oder andere Heft in den Einkaufswagen wandern. Die Berechtigung dafür krieg ich mir schön geredet. Das kann ich gut.



In einem dieser nett anzusehenden, reich bebilderten Magazine war ein Mango-Ketchup-Rezept, das ich tatsächlich schon zwei mal nachgekocht habe. Und das, obwohl das Heft erst vom Frühjahr 2016 ist. Ein fruchtiges Ketchup mit einer angenehmen Schärfe. Ich könnt drin baden. Selbst Töchterlein, die noch nie Ketchup mochte, liebt es.
So viele Leute können nicht falsch liegen, deshalb hier das Rezept:




Mango-Ketchup

1 Mango
1 Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
20 g Ingwer
1 Teel. Koriandersamen
2 El Butter zum Andünsten (wer Kalorien sparen will, nimmt etwas weniger)
500 g passierte Tomaten
50 g brauner Zucker (wenn die Mango sehr süß ist, kann man auf zusätzlichen Zucker verzichten)
60-80 ml weißer Balsamicoessig
1 Lorbeerblatt
Salz
Pfeffer - wenn möglich, frisch gemahlen
Cayennepfeffer

Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Stein schneiden und grob würfeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln. Den Ingwer schälen und fein reiben. Den Koriander im Mörser zerstoßen. (Wer keinen Mörser hat - fertig gemahlener Koriander geht bestimmt auch.)

Die Butter im Topf schmelzen. Zwiebeln, Knoblauch und Koriander bei reduzierter Hitze goldbraun anschwitzen.

Mango, Ingwer, passierte Tomaten, braunen Zucker, Essig, Lorbeerblatt zugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen. Öfter umrühren, damit nichts anbrennt. Das Lorbeerblatt wieder raus fischen, den Ketchup pürieren und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken. Den Cayennepfeffer vorsichtig dosieren, da Ingwer auch schon Schärfe mitbringt. In Schraubgläser füllen und kühl stellen. Was nicht bald verbraucht wird, wenn möglich einfrieren.






4. September 2016

Sommer im Herbst

Was hatten wir dieses Jahr ein Sommerwetter! Als der Sommer laut Kalender hätte Sommer sein sollen, hatten wir Regen ohne Ende. Für den Garten war das die komplette Katastrophe. Die Blumen boten teilweise einen Anblick zum weinen. Pilzkrankheiten gab es frei Haus und reichlich. Einzig die Hortensien, die viel Wasser brauchen, schienen vom vielen Regen zu profitieren und blühten üppig um die Wette. Gestern musste ich allerdings feststellen, dass eine Hortensie die Dauernässe doch nicht so toll fand. Auf den Blättern sitzt Mehltau.


DieTomaten reiften dank fehlender Sonne recht spärlich und von meiner Gurkenpflanze konnte ich gerade mal drei mickrige Gurken ernten. Die Blätter wurden allesamt ganz schnell braun und die Pflanze sah ziemlich bald kaputt aus. Meine Gurken- und Zucchiniausbeute war allerdings auch in den vergangenen Jahren noch nie sonderlich üppig. Aber ich bin hartnäckig. Ich versuchs immer wieder. Irgendwann muss es doch mal was werden.

Jetzt sind wir meteorologisch schon im Herbst und statt üsseligem Regenwetter haben wir hochsommerliche Temperaturen und Sonne satt. Die Tomaten haben es sich noch mal überlegt und reifen fleißig, Erdbeeren haben wir in allen Reifegraden inklusive Blüten und auch die Himbeeren legen noch mal nach.






Bei den Tomaten handelt es sich um eine Mini-Marzano. Eine sehr leckere Sorte. Ein ausgewogenes Süße - Säure - Verhältnis. Schön für Salate und zum so essen. Bei der Sorte hatte ich auch noch nie Probleme mit Kraut- und Braunfäule, selbst in diesem feuchten Sommer nicht. Sie steht allerdings auch etwas überdacht. 

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man Tomaten, um qualitativ bessere Erträge zu erzielen, eintriebig ziehen sollte. Das heißt, dass alle Triebe, die aus den Blattachseln sprießen - so genannte Geiztriebe - entfernt werden müssen. Wenn die Tomtenpflanzen gerade bei uns eingezogen sind, mach ich das auch sehr akribisch. Im Laufe des Sommers werde ich da aber dann doch sehr nachlässig, so dass wir irgendwann einen Tomatendschungel haben. Der Qualität der Tomaten hat das bislang aber keinen Abbruch getan.



 Die jämmerliche Gurkenpflanze wollte ich eigentlich längst entsorgt haben. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, hab sie aber wacker weiter gegossen. 



Was für eine dankbare Pflanze! Mein scheinbar sinnloses Gießen war doch nicht umsonst. Sie ist wieder grün, hat eine vielversprechende Anzahl Gurkenbabys und noch etliche Blüten. Wenn das so weitergeht, gibt es im November noch Gurkensalat aus eigenem Anbau.








Nachdem sich die Gurke jetzt wieder so super erholt hat, ist mir auch mit den anderen kränklichen Pflanzen im Hinblick auf den nächsten Sommer nicht bange. Ich werde im Herbst das Laub von den befallenen Pflanzen sorgfältig einsammeln, damit der Pilz keine Chance hat zu überwintern. Ich bin zuversichtlich, dass dann einer üppigen Blüte und gesundem Pflanzenwachstum im nächsten Jahr nichts im Wege steht.



Buchsbaumzünsler - chemische Keule vs Pragmatismus

Der bei Gartenbesitzern so gefürchtete Buchsbaumzünsler, der ganze Buchsbaumbestände kahl fressen kann, hat auch bei uns zugeschlagen. Gott sei Dank hat es nur zwei Buchskugeln erwischt. Die restlichen Kugeln und die Hecke sind bis jetzt verschont geblieben.

Zu erkennen ist der Befall an abgefressenen Blättern und Gespinsten, die man auf den ersten Blick leicht mit Spinnennetzen verwechseln kann. Biegt man die Zweige auseinander, findet man auch im Innern der Pflanze diese Gespinste. Dort sitzen auch die gefräßigen Raupen des Falters. Wenn man die ersten Fraßschäden entdeckt, heißt es schnell handeln. Sonst ist leider kaum noch was zu retten. Es steht dann nur noch ein jämmerliches, braunes Gerippe im Beet, das sich nie wieder erholen wird.

Vor zwei Jahren hat sich der Schädling schon mal in unseren Buchsbaumkugeln eingenistet.  Als Spritzmittel wurde mir Calypso empfohlen. Ich habe die Gespinste so gut es ging abgesammelt und den Buchs dann gründlich eingesprüht. Nach ein paar Tagen Wartezeit hatte ich allerdings den Eindruck, die Gespinste haben sich trotz spritzen vermehrt. Da war es mir dann zu bunt. Noch mehr Gift drauf kippen ging mir vom Umweltaspekt gesehen gegen den Strich. Und wenn es eh nicht hilft, ist es außerdem rausgeschmissenes Geld. Um die Raupen und Gespinste auch wirklich restlos zu entfernen hab ich nicht lange gefackelt, zum Staubsauger gegriffen und den ganzen Mist rausgesaugt. Hätte mich ein Nachbar dabei beobachtet, wär ich jetzt wahrscheinlich die Verrückte, die ihren Vorgarten saugt.
Um die Fraßstellen zu entfernen, habe ich den Buchs noch etwas zurückgeschnitten. Und - was soll ich sagen - er ist wieder schön durchgetrieben und hat sich komplett erholt.

Dieses Mal hab ich gar nicht erst angefangen zu spritzen, sondern gleich den Staubsauger zum Einsatz gebracht. Jetzt sind drei Wochen vergangen und der Zünsler hat sich noch nicht wieder bemerkbar gemacht. Ich bin guten Mutes, dass das auch so bleibt.










29. August 2016

Endlich doch noch Sommer

War das nicht ein herrliches Wetter in den letzten Tagen? Wer hätte da noch mit gerechnet! So knapp vor dem Herbst noch mal Sonne satt. Der Spätsommer und der frühe Herbst ist für mich eh die schönste Zeit im Jahr. Die Farben in der Natur sind leuchtend und das Licht so schön sanft. Ich mag das sehr.










Okay, die extreme Hitze hätte der ein oder andere sicher nicht gebraucht. Man macht die Tür auf und knallt gegen eine warme Wand. Für ältere und kreislaufgeschwächte Menschen ist das bestimmt alles andere als schön. Wir haben es klaglos ertragen.
Dank eines Kinderplanschbeckens, das sich in unserem Haushalt befindet, konnten wir es sogar genießen. Nein, das Planschbecken ist nicht von unseren Kindern noch übrig geblieben. Das hab ich tatsächlich auf ausdrücklichen Wunsch letztes Jahr noch gekauft. Seinerzeit erntete die Bittstellerin, da sie mittlerweile erwachsen ist, einen fragenden, stirnrunzelnden Blick von mir. Gestern hatte sie Oberwasser, weil ich zugeben musste, dass die Idee doch nicht so schlecht war.





26. August 2016

Wie gieße ich richtig, damit das Wasser bis zu den Wurzeln vordringt?

Das war dieses Jahr kein Sommer, der seinen Namen verdient. Eher kühl und so verregnet, dass in unserem Garten Mehltau fast üppiger gedeiht als Blumen. Der Phlox auf der Terrasse bietet einen dermaßen traurigen Anblick, dass ich den Kübel in die hinterste Gartenecke verbannt habe. Aber nun, wo wir schon langsam schon Richtung September marschieren, ist der Sommer doch endlich da. Mit Temperaturen, dass man den Tag über am liebsten bewegungslos verharren will. Die Freibäder und Baggerseen sind gut besucht, es wird gegrillt, was das Zeug hält und man kann abends bis in die Puppen draußen sitzen. Schlafen kann man bei der Hitze ohnehin nicht. 

Wer einen Garten hat, ist jetzt  mit Giesskanne und Gartenschlauch unterwegs. Gießen ist eigentlich ein Kinderspiel und erfordert keine besonderen Fähigkeiten. Trotzdem kann man einiges falsch machen. 
So ist die pralle Mittagssonne der schlechteste Zeitpunkt zu gießen. Das Wasser verdunstet zu schnell und Wassertropfen wirken auf den Blättern wie Brenngläser. Am besten macht man das morgens, wenn es noch einigermaßen kühl ist. Ist die Zeit vor der Arbeit dafür zu knapp ist, gießt man alternativ abends.

Einer unserer Nachbarn hatte die Angewohnheit, jeden Tag ein wirklich klitzekleines bisschen Wasser hier und da zu verteilen. Die Pflanzen bekamen nur so viel Wasser, dass sie gerade eben merkten, wie sich Wasser anfühlt. 
So bitte nicht! Da hilft es auch nichts, wenn man das täglich macht. Das ist vielleicht gut gemeint, aber nass wird der Boden so auf keinen Fall. Man sollte unbedingt durchdringend d.h. lange genug gießen und nicht nur auf die Pflanzen mal eben drauf spucken. Damit der Boden nicht nur an der Oberfläche benetzt wird und das Wasser auch tatsächlich bis an die Wurzeln gelangt, muss man den Schlauch schon eine Weile drauf halten. Wenn man kein ausgeklügeltes Bewässerungssystem hat, kann das ganz schön viel Zeit kosten. 

Ich bin bequem. Ich leg den Gartenschlauch einfach ins Beet. Während das Wasser läuft, kann ich andere Sachen erledigen - Verblühtes abschneiden, Unkraut zupfen oder auch irgendwas im Haushalt erledigen. Wenn ich der Meinung bin, es reicht, wandert der Schlauch ein Stück weiter. So arbeite ich mich langsam durch den Garten und kann nebenher die Zeit anderweitig nutzen. Wenn das Wasser hier und da ein bisschen länger läuft - auch nicht schlimm. Auf diese Weise wird der Boden ausreichend genug durchfeuchtet, so dass ich auch bei hohen Temperaturen nicht jeden Tag gießen muss. Das ist ohnehin besser, da die Pflanzen dann tiefer reichende Wurzeln bilden.
Diese Gießmethode garantiert zudem, dass das Wasser dahin gelangt, wo es hingehört - nämlich auf das Erdreich. Gießt man über die Blätter, würde zu viel Wasser ungenutzt verdunsten. Außerdem begünstigen die nassen Blätter wieder die Pilzanfälligkeit.









14. August 2016

Millinger Theetuin Teil 2

Wer am Niederrhein oder im Umkreis wohnt, dem möchte ich einen Ausflug zum Millinger Theetuin unbedingt ans Herz legen. Ein wunderschöner Garten kurz hinter der niederländischen Grenze. Bis Oktober hat man dazu noch die Möglichkeit. Dann werden dort die Pforten bis zum nächsten Frühjahr erst einmal geschlossen. Einzelne Gartenabschnitte habe ich Euch hier schon gezeigt.

Wenn im Garten alle Tische besetzt sind, findet man im Teehaus noch ein gemütliches Plätzchen. Ein herrlich üppiger Blumenstrauß schmückt die Bedientheke, wo man sich mit Getränken und wahlweise Kuchen oder Herzhaftem versorgt. Auch wenn großer Andrang herrscht, kommt bei den Betreibern und Angestellten keinerlei Hektik auf. Nebenan befindet sich der im maurischen Stil gestaltete Gastraum. 





Wer lieber draußen sitzen mag, nimmt auf der angrenzenden Terrasse Platz.


Auch hier als Blickfang ein großer, sommerlicher Blumenstrauß 



Überhaupt, Blumen wachsen dort nicht nur in den zahlreichen Beeten, sondern man findet sie als Schnittblumen überall verteilt. Meistens ganz simpel in schönen mit Wasser gefüllten Schalen in Szene gesetzt.



In einem anderen Gartenteil fühlt man sich wie in die Alhambra versetzt. Ich war zwar noch nie dort, hab mir aber sagen lassen, dass es da so aussieht. Palmen, schönes Mosaikpflaster, ein Wasserbecken mit Sprudelquelle und ein lauschiger Pavillon, der zum Verweilen einlädt. Aber seht selbst.






An einem schönen Herbsttag mit seinem sanften Licht und seinen warmen Farben ist der Garten mit Sicherheit genauso sehenswert. Also, nix wie hin.